Bericht über das Leben unserer Mutter Ida Sinning geb. Schüür

Johannes Sinning

Obs. Abaixo, a tradução para o português feita por Dorothéa F. Walter

 

Unsere Mutter wurde am 12. August 1904 in Emden geboren und bekam den Namen Ida Hauke Schüür. Sie war das 3. von den 8 Kindern von Foskea und Heinrich Menno Schüür. Mit ihren Geschwistern wuchs unsere Mutter in Emden, im elterlichen Haus, in der Brückstraße auf. Nach der Schulzeit erlernte sie den Beruf einer Hutmacherin in den benachbarten Niederlanden und hat auch dort später bis zu ihrer Heirat in ihrem Beruf gearbeitet. Bevor die Familie Schüür nach Brasilien auswanderte, zogen sie noch von Emden nach Hollriede in das Ammerland und danach noch nach Schleswig-Holstein. Der genaue Ort ist uns nicht bekannt. Das war aber der letzte Wohnsitz in Deutschland. Sie sind dann, wie bekannt, von Hamburg nach Brasilien ausgewandert. Unsere Mutter blieb damals hier. Sie war zu der Zeit schon mit unserem Vater, Johannes Sinnning, verlobt. Auch unsere Tante Juli und ihr Mann Claas Reuwsaat blieben vorerst in Deutschland. Am 26. 01. 1926 haben unsere Eltern geheiratet und übernahmen den elterlichen Hof der Familie Sinning.

Am 15. 02. 1927 wurde die Tochter Käthe geboren und am 28.08. 1929 kam Adalbert auf die Welt. Unsere Mutter hatte immer Heimweh nach ihren Eltern und Geschwistern. Ihre Schwester Juli und Claas Reuwsaat waren ja auch bereits nach Brasilien ausgewandert. Da die wirtschaftliche Lage in dieser Zeit sehr schlecht war, entschlossen sich unsere Eltern auch nach Brasilien auszuwandern. Im Frühjahr des Jahres 1931 war es dann soweit.

Zum Abschied der Eltern und der Geschwister spielte der Posaunenchor der Baptisten Gemeinde Ihren einige Lieder.

Unser Vater war immer ein aktiver Bläser in diesem Chor.

In dem Haus im Hintergrund haben Tante Juli und Onkel Claas bis zu ihrer Ausreise nach Brasilien gewohnt.

 

In Brasilien angekommen, erhielten sie eine kleine Landstelle zur Bearbeitung und bauten mit großer Unterstützung der Familie darauf ein kleines Haus. Unser Bruder Heinrich wurde dort am 27. 05. 1932 geboren. Da die Landstelle weit von der nächsten Stadt entfernt war, konnte die Anmeldung des Neuankömmlings nicht sofort vorgenommen werden. Onkel Volkmar hat dann die Anmeldung von Heinrich erst dreiviertel Jahr später vorgenommen und der Anmeldetag wurde als Geburtsdatum festgelegt. So hatte Heinrich nun in seinen Papieren als Geburtsdatum den 27. 01. 1933 eingetragen, obwohl er am 27. 05. 1932 geboren war. Durch diesen Fehler bei der Geburtsanmeldung musste Heinrich 7 Monate länger arbeiten, als sonst üblich. Auch beim Nachnahmen wurde ein „n" vergessen, sodass sein Familienname Sinnig ist, statt Sinning.

Unserem Vater hat es dann aber in Brasilien nicht gefallen, so dass unsere Eltern sich entschlossen wieder nach Deutschland zurückzukehren. So kehrten sie 1936 zurück und übernahmen wieder den kleinen Hof mit 12 Hektar Land.

Am 27. 01. 1939 wurde der jüngste Sohn Johannes geboren. In der Zeit herrschte in Deutschland große Arbeitslosigkeit, die aber der große, selbsternannte Führer Adolf Hitler, beseitigen wollte. Außerdem wollte er ein großes deutsches Reich. Alles was er erreicht hat, ist, das im Jahre 1939 der zweite Weltkrieg ausbrach und noch größeres Leid über Deutschland und unsere Nachbarländer hereinbrach. Durch die Kriegswirren wurde dann auch unser Vater 1944 zum Militär eingezogen und kam an die Ostfront nach Russland zum Einsatz. Einmal kam unser Vater Anfang 1945 für kurze Zeit auf Heimaturlaub, wurde danach aber wieder an die Ostfront nach Russland geschickt und kam dort in russische Gefangenschaft. Käthe und Adalbert mussten unserer Mutter bei der täglichen Hofarbeit helfen, weil eben der Mann und Vater fehlte. 1945 brannte dann eines Nachts unser Hof durch einen Beschuss der alliierten Streitmächte - Amerikaner und Kanadier - bis auf die Grundmauern nieder.

Wir hatten nur noch das, was wir am Leibe getragen haben und unser Vieh, dass auf der Weide war.

Unsere Mutter saß mit ihren vier Kindern ohne Unterkunft und ohne eine Stallung für das Vieh. Wir konnten dann bei einer Nachbarin unterkommen, deren Mann war auch zur Wehrmacht eingezogen. Es war noch Sommer, aber bis zum Herbst musste man versuchen wieder ein Gebäude für das Vieh zu erstellen. Diese Zeit war sehr schwer für unsere Mutter, denn sie musste versuchen irgendwo Baumaterial zu bekommen. Adalbert fand in einer Wasserkuhle ein altes Fahrrad. Er versuchte es wieder für unsere Mutter fahrbar zu machen, damit sie zum Förster fahren konnte, um Holz zu besorgen. Durch die Hilfe einer befreundeten Familie, die uns damals sehr unterstützte, gelang es unserer Mutter Holz zu bekommen, um bis zum Herbst die Stallungen für das Vieh zu erstellen. Und immer war die bange Frage, wo ist unser Vater. Wir wussten damals ja noch nicht, dass er in Gefangenschaft geraten war. Die Feld- und Hofarbeit wurde nun überwiegend von Käthe und Adalbert übernommen, da sich unsere Mutter ja auch noch um die beiden jüngeren Söhne kümmern musste. Nach etwa zwei Jahren konnten wir dann auch ein provisorisches Wohnhaus errichten, sodass die Familie wieder auf dem Hof wohnen konnte. Die Versorgungslage war damals sehr schlecht. Viele Menschen hungerten und es gab nichts zu kaufen. Eine große Hilfe kam zu dieser Zeit von unseren Familien aus Brasilien, die uns Kaffee in kleinen Leinenbeutel schickten. Unsere Mutter musste diesen Rohkaffee nur noch rösten. Wir erinnern uns gerne daran, wie Mutter Nachmittag für Nachmittag mit hochrotem Kopf am voll eingeheizten Herd stand und die Kaffeebohnen in einem Topf röstete, in dem sie den Topf immer hin- und herschob, damit der Kaffee nicht verbrannte. Diesen Kaffee konnte sie dann an Geschäfte verkaufen oder tauschen und bekam dafür Lebensmittel, damit sie die Familie versorgen konnte. Und immer wieder die bange Frage, wo lebt wohl unser Vater. 1949 war dann unser Regierungschef in Moskau und erreichte, dass Tausende Kriegsgefangene frei kommen sollten. Wieder ein Hoffnungsschimmer für uns. Jeden Sonntagnachmittag wurden im Radio die Namen der Freigelassenen verlesen. Wir saßen alle mucksmäuschenstill im Wohnzimmer vor dem Radio und warteten darauf, dass der Name von unserem Vater vorgelesen wurde. Aber der Name unseres Vaters war nicht dabei. Und immer wieder die bange Frage, lebt unser Vater noch.

Einige Zeit später erhielten wir dann über das rote Kreuz die Nachricht, dass unser Vater im Februar 1946 in russischer Gefangenschaft gestorben sei. Das bange Warten war zwar zu Ende, aber unsere Mutter hat bis zu ihrem Tode Heimweh nach unserem Vater und ihrem Mann gehabt.

In diesem Bauernhaus, dass 1954 so erstellt wurde, lebte unsere Mutter.

Dies war ihre Wohnseite, an der anderen Seite des Hauses wohnt

Adalbert mit seiner Familie.

1954 konnte dann das Wohnhaus neu erstellt werden und auch wirtschaftlich ging es bei uns wieder aufwärts. Unsere Mutter lebte in dem Haus, wo auch Adalbert mit seiner Familie lebte, der den Hof weiterführte. Bis zu ihrem Tode im Mai 1968 hat unsere Mutter sich an ihre Familie erfreut. Sie war immer der Mittelpunkt und glücklich, wenn wir Kinder sie besucht haben.

 

Einer der letzten Bilder von unserer Mutter in ihrem Garten vor einer Trauerbirke,

die Tante Juli und Onkel Claas ihr bei ihrem Besuch in Jahre 1961 geschenkt hatten.

Nach einer kurzen Krankheit, aber im festen Glauben an ihren Erlöser, ist dann unsere Mutter am 25. Mai 1968 verstorben.

Hier noch eine neue Aufnahme der Grabstätte unserer Mutter.

Ebenfalls ist dort zum Gedenken auch der Name von unserem Vater aufgeführt.

 

 

 


 

 

Relato sobre a vida de nossa mãe Ida Sinning, nascida Schüür

Johannes Sinning

 

Nossa mãe nasceu no dia 12 de agosto de 1904 em Emden e recebeu o nome de Ida Hauke Schüür. Era a terceira dos 8 filhos de Foskea e Heinrich Menno Schüür. Com seus irmãos ela cresceu na casa dos pais na Brückstrasse. Após o período escolar aprendeu o ofício de confecção de chapéus nos vizinhos Países Baixos e também lá trabalhou no seu ofício até o seu casamento. Antes da Familia Schüür emigrar para o Brasil mudaram de Emden para Hollriede na região Ammerland e após ainda para Schleswig-Holstein. Não sabemos o nome da cidade. Mas esta foi a última moradia na Alemanha. Como todos sabem emigraram de Hamburgo para o Brasil. Nossa mãe permaneceu aqui. Nesta época já estava noiva de nosso pai, Johannes Sinning. Também a nossa tia Juli e seu marido Claas Reuwsaat permaneceram ainda na Alemanha. Nosso pais casaram em 26.01.1926 e assumiram a fazenda da Familia Sinning.

No dia 15.02.1927 nasceu a filha Käthe e no dia 28.08.1929 nasceu Adalbert. Nossa mãe sempre tinha saudades de seus pais e irmãos. Sua irmã Juli e Claas Reuwsaat também já havia emigrado para o Brasil. Como a sitação econômica na época era muito ruim, meus pais decidiram também emigrar para o Brasil. Na primavera de 1931 isto se concretizou.

Chegando no Brasil receberam uma pequena  área de terras para trabalhar e construíram com a ajuda da família uma pequena casa. Nosso irmão Heinrich nasceu ali em 27.05.1932. Como as terras ficavam muito longe da cidade mais próxima, o registro de nascimento não foi efetuado logo. Tio Volkmar fez o registro de Heinrich somente nove meses mais tarde e a data do registro foi estabelecida como data de nascimento. Assim Heinrich tinha em seus documentos como data de nascimento o dia 27.01.1933, apesar de ter nascido no dia 27.05.1932. Devido a este erro no registro de nascimento Heinrich teve que trabalhar 7 meses a mais do que o normal. Também no sobrenome foi esquecido um „n“, assim seu sobrenome é Sinnig em vez de Sinning.

Nosso pai não gostou de viver no Brasil, assim decidiram voltar novamente para a Alemanha. Retornaram em 1936 e assumiram novamente a pequena fazenda da família com 12 hectares de terra.  

No dia 27.01.1939 nasceu o filho mais novo, Johannes. Nesta época a falta de emprego na Alemanha era grande, desemprego este que o grande Führer Adolf Hitler iria eliminar. Além disso ele queria um grande reino alemão. Tudo o que ele conseguiu foi, que no ano de 1939 irrompesse a segunda guerra mundial e mais dor para a Alemanha e nosso países vizinhos. Devido as confusões da guerra também nosso pai foi convocado em 1944 para o exército e enviado para a frente de batalha na Rússia. Uma vez nosso pai veio em férias no início de 1945 por curto tempo nos visitar, mas logo foi enviado novamente para a Rússia e lá se tornou prisioneiro. Käthe e Adalbert tiverem que ajudar nossa mãe nas lidas diárias da fazenda, já que o marido e pai faltava. Uma noite em 1945 nossa casa foi totalmente arrasada devido a um bombardeio das forças aliadas – americanos e canadenses.

Só nos sobrou o que vestíamos e nosso gado, que estava no pasto.

Nossa mãe ficou sem casa para ela e os quatro filhos e sem os currais para o gado. Recebemos abrigo na casa de uma vizinha, cujo marido também tinha sido convocado. Ainda estávamos no verão, mas até o outono teríamos que tentar erguer um curral para o gado. Este tempo foi muito difícil para a nossa mãe, pois teria que tentar obter material de construção. Adalbert encontrou uma bicicleta velha, e tentou consertá-la para que nossa mãe pudesse ir até o guarda florestal para conseguir madeira. Com a ajuda de uma familia amiga, que muito nos ajudou naquela época, nossa mãe conseguiu a madeira, para poder construir os currais até o outono. E sempre havia a pergunta receosa, onde está nosso pai ? Naquela época ainda não sabíamos, que ele tinha se tornado prisioneiro. O trabalho do campo e da casa agora eram assumidos na maior parte por Käthe e Adalbert, já que nossa mãe ainda tinha que cuidar dos dois filhos menores. Após aproximadamente dois anos pudemos erguer uma moradia provisória, assim a família pode morar novamente na fazenda. O abastecimento naquela época era ruim. Muitas pessoas passavam fome e não havia o que comprar. Uma grande ajuda veio nesta época das nossas famílias no Brasil, que nos enviavam café em pequenos sacos de linho. Nossa mãe ainda tinha que torrar estes grãos. Ainda mantemos na lembrança, como nossa mãe tarde após tarde com as bochechas vermelhas torrava os grãos em uma panela no fogão super-quente, empurrando a panela de um lado para o outro para os grãos não queimar. Este café ela vendia nos armazéns ou trocava por alimentos, para poder alimentar a família. E a pergunta continuava, onde estaria nosso pai ? Em 1949 o chefe do nosso governo esteve em Moscou e conseguiu, que fossem libertados milhares de prisioneiros de guerra. Novamente um fio de esperança para nós. Cada tarde de domingo eram lidos no rádio os nomes dos prisioneiros soltos. Permanecíamos calados em frente ao rádio na sala e esperávamos, que o nome do nosso pai fosse citado. Mas o nome de nosso pai não constava da relação. E a pergunta ficava no ar. Será que nosso pai ainda vive ?

Algum tempo depois recebemos então da Cruz Vermelha a notícia, que nosso pai morreu na prisão russa em fevereiro de 1946. A espera receosa chegou ao fim, mas nossa mãe sentiu saudades de nosso pai e de seu marido até a sua morte.

Em 1954 nossa casa pode ser novamente erguida e também economicamente as coisas melhoraram para nós. Adalbert assumiu a direção da fazenda. Até a sua morte em 1968 nossa mãe teve as alegrias da familia. Ela era sempre o centro das atenções e estava feliz, quando os filhos a visitavam.

Após uma curta doença, mas na forte crença em seu Salvador, nossa mãe morreu no dia 25 de maio de 1968.

 

Para a despedida dos pais e irmãos a orquestra

de trombones da comunidade batista de Ihren

tocou alguns hinos. Nosso pai sempre participou

ativamente como trombonista nesta orquestra.

Na casa dos fundos moraram tia Juli e

tio Claas até a partida para o Brasil.

Nesta casa, que foi construída em 1954,

vivia a nossa mãe.

Este era o lado dela na moradia, no outro lado da casa

vive Adalbert com sua familia.

 

Uma das últimas fotos de nossa mãe no seu jardim

ao lado da bétula, com a qual tia Juli e tio Claas

a presentearam durante a visita no ano de 1961.

 

Aqui ainda uma foto do jazigo de nossa mãe.

Ali também consta em memória o nome de nosso pai.